Glas oder Plastik?

Eine Frage des Eintupperns


Stichwort: Vorkochen. Wem bewusst wird, dass er/ sie zielsicher die hochkalorischen, schnellen, überteuerten Optionen ansteuert (z. B. Bestellen, Fertignahrung, Take-away, auswärts Essen), wenn der Magen brüllt wie ein Kind in der schlimmsten Trotzphase, der mutiert schnell zum Meal-Prepper oder zum Batch-Cooker.


Was ist der Unterschied zwischen Meal-Prepping und Batch-Cooking?

Meal-Prepping meint das Vorkochen kompletter Mahlzeiten,

Batch-Cooking meint das Vorkochen einzelner Komponenten von Mahlzeiten, die dann später nur noch fertig gekocht bzw. bei kalten Speisen zusammengestellt werden müssen.


Und wohin mit dem vorbereitetem Essen?

Egal, ob wir komplette Mahlzeiten vorkochen oder nur einzelne Komponenten, ob wir das Essen mitnehmen, in den Kühlschrank stellen, einfrieren oder Reste verwahren: Wir brauchen sie täglich. Sie sind unverzichtbar für alle, die trotz stressigen Alltags vernünftige Essensentscheidungen treffen wollen und sich deshalb ihr Essen vorbereiten. Die Rede ist von Tupperdosen, Lunchboxen, Brotdosen oder einfach gut schließende Behälter.



Gestapelte lebensmittelgeeignete Behälter aus Glas und Plastik
Was ist besser Glas oder Plastik?

Ich selbst, obwohl ich mich zu gern als angehende Minimalistin sehen würde, habe über die letzten Jahre verschiedenste Modelle angehäuft. Jetzt habe ich einen wilden Mix aus verschieden Größen und Materialien, den ich gerne nach und nach vereinheitlichen würde und fragte mich, was denn nun besser sei? Glas oder Plastik? Die Antwort lag für mich auf der Hand, trotzdem wollte ich es genau wissen.


In der folgenden Tabelle habe ich die Ergebnisse meiner Recherche zusammengefasst:

GLAS

PLASTIK in all seiner Vielfalt

MATERIAL

Quarzsand, Soda, Kalk

Erdöl

NACHHALTIGKEIT

Kann angeblich immer wieder eingeschmolzen und zu neuem Glas gemacht werden. Glasmüll muss also nicht deponiert werden. Die Rohstoffe bleiben uns theoretisch erhalten.

Ups – trotz Einwurf in die gelbe Tonne, neues Plastik lässt sich daraus nur noch ein Mal herstellen, und auch nur maximal 1% unseres Plastikmülls kann eine rohstoffliche Wiedergeburt feiern.

Was stromerzeugend verbrannt wird, ist auch nicht ganz weg, sondern hinterlässt Filter voller Giftstoffe, die über unsere Lebenszeit hinaus deponiert werden müssen. In jedem Fall ist der Rohstoff weg, der Müll aber nicht. Der ist höchstens aus den Augen und aus dem Sinn.

EIGNUNG

Ob Geschirrspüler, Mikrowelle, Ofen (ohne Deckel aus Plastik oder Metall), Kühl- oder Gefrierschrank, alles kein Problem.

Rückstände lassen sich problemlos entfernen. Glas färbt nicht ein und behält auch keine Gerüche zurück.

Kälte und Geschirrspüler ja, Mikrowelle bedingt (wenn es draufsteht), Ofen keinesfalls.

Verfärben, Zerkratzen, Geruchsrückstände sind leider keine Seltenheit.

LEBENSDAUER

​Es kommt auf die Qualität an. Billiges Plastik kann recht schnell ermüden und reisst oder bricht. Mit zu viel Flüssigkeit bersten sie beim Einfrieren.

Tja, was runterfällt ist kaputt.

Es kommt auf die Qualität an. Billiges Plastik kann recht schnell ermüden und reisst oder bricht. Mit zu viel Flüssigkeit bersten sie beim Einfrieren.

GESUNDHEITLICHE BEDENKEN

Bestehen bei Glas kaum. Es gibt keine Giftstoffe ab, noch können sich Bakterien auf der glatten Oberfläche breitmachen.

Laut Herstellerangaben, sind viele Materialien unbedenklich, weil BPA-frei etc. Aber Hitze und Säure zerstören die Struktur und dann könnten eben doch Giftstoffe ins Essen übergehen.

PREIS

Die günstigsten Glas-Behälter sind teurer als günstigsten aus Plastik.

Aber, man kann natürlich auch Marmeladen- und Einmachgläser vielseitig weiterverwenden, ganz umsonst.

Plastikdosen gibt es schon zum kleinen Preis, aber die haben auch eine geringere Lebenserwartung. Mit steigender Qualität steigt auch der Preis.

TRANSPORT

​Glas ist i.d.R. schwer und zerbrechlich. Niemand würde wohl seinem Kind das Pausenbrot in einem Glasbehälter mitgeben. Aber, für einen selbst, zur Arbeit oder Uni, ist das doch zumutbar.

Der klare Vorteil der Plastikdosen, sie sind leicht und robust.

Das Fazit entspricht den Erwartungen

Die Auflistung der Gründe macht es wieder deutlich, neues Plastik wird vermieden. Ich setze lieber auf meine recycelten Einmachgläser, um lose Lebensmittel aufzubewahren, für Essensreste, selbst gemachte Soßen, vorgeschnibbeltes Gemüse, Granolau. v. m.. Auch außer Haus nehme ich mir darin Obststückchen, Gemüsesticks auf Hummus, Müsli, Overnight-Oats, Salate, Suppen und andere Gerichte mit. Für Freezer-Meals, Ofenrezepte gönne ich mir ein paar größere, teurere Formen, von denen ich hoffe, dass sie eine Ewigkeit halten werden.


Für meine Kinder habe ich noch keine perfekte, auslaufsichere, leichte Alternative gefunden. Aber da bin ich zuversichtlich, dass Neuanschaffungen auch nicht mehr aus Plastik sein werden (wer einen Tipp hat, kann den im Kommentar hinterlassen – danke!), denn es gibt ja mittlerweile vielversprechende Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Bambus.

Mein kleiner Beitrag, das Zeitalters des PLASTOZÄNS endlich zu beenden.


Quelle: www.umweltbundesamt.de

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